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    Seniorenzentrum gibt lange ersehnte Chance

    Wernigerode, den 07.12.2011

    BLANKENBURG/MZ. "Ich kann mir gut vorstellen, mit den älteren Leuten, wenn sie Lust haben, zu basteln, zu malen oder zu singen. Das mache ich ja mit meinen Kindern auch." Zwar ist Sindy Barchmann an ihrem ersten Arbeitstag im Awo Seniorenzentrum am Thie in Blankenburg aufgeregt, aber: "Ich freue mich sehr."

    Seniorenzentrum gibt lange ersehnte Chance
    VON PETRA KORN

    BLANKENBURG/MZ. "Ich kann mir gut vorstellen, mit den älteren Leuten, wenn sie Lust haben, zu basteln, zu malen oder zu singen. Das mache ich ja mit meinen Kindern auch." Zwar ist Sindy Barchmann an ihrem ersten Arbeitstag im Awo Seniorenzentrum am Thie in Blankenburg aufgeregt, aber: "Ich freue mich sehr."

    Die Mutter von fünf Mädchen und fünf Jungen im Alter zwischen drei und 18 Jahren hatte sich in der Einführungsphase zur Bürgerarbeit für verschiedene Stellen im sozialen Bereich beworben. Oft aber hieß es, als Mutter von Kindern falle man doch öfter mal aus, schildert die 34-Jährige. Bei der Arbeiterwohlfahrt erhielt die junge Frau, die auch keine abgeschlossene Berufsausbildung hat, nun ihre lange ersehnte Chance: In den kommenden drei Jahren wird sie im Seniorenzentrum im Rahmen der Bürgerarbeit das Leben der Heimbewohner mit zusätzlichen Angeboten bereichern.


    Sindy Barchmann arbeitet nun in einem Wohnbereich des Seniorenzentrums und wird hier den Bewohnern zusätzliche Freizeitangebote, wie das Vorlesen aus der Zeitung, unterbreiten. Mit der 34-Jährigen freuen sich auch ihre zehn Kinder, dass es mit der Bürgerarbeitsstelle geklappt hat. (FOTO: DPA)

    Sieben solcher Stellen waren im Awo-Seniorenzentrum zu besetzen. Die Kommunale Beschäftigungsagentur (Koba) Jobcenter Landkreis Harz, die über das Projekt Bürgerarbeit insgesamt 150 Stellen in den Städten Oberharz am Brocken und Blankenburg sowie angrenzenden Kommunen schaffen will, führt dazu im Vorfeld mit möglichen Bewerbern Gespräche. Dabei wird ausgelotet, wo die Interessen liegen, erläuterte Corina Reinhardt, Verantwortliche für Bürgerarbeit bei der Koba. Der Arbeitgeber erhält eine Liste, mit den Bewerbern werden Vorstellungsgespräche geführt. "Die endgültige Entscheidung lag in der Hand des Arbeitgebers."

    Und hier hat Sindy Barchmann überzeugen können: "Wir hatten das Gefühl, dass hier jemand ist, der auch arbeiten will", sagt Jürgen Kraus, Leiter des Seniorenzentrums. Überzeugt habe auch ihr Wesen, und im Gespräch habe sich gezeigt, dass sie auch für die Arbeit geeignet sei. "Wer mit mehreren Kindern umgehen kann, kann auch mit älteren Menschen umgehen." Und dass mal jemand ausfalle, könne immer passieren. Deshalb, so Kraus weiter, haben Pflegedienstleiterin Heike Kersting und er entschieden, es zu versuchen.

    "Wir haben uns unterhalten. Wir sind überzeugt, dass es funktioniert", so der Einrichtungsleiter. "Nein sagen, das machen viele. Doch wenn einem niemand mal eine Chance gibt, kann man es auch nie beweisen."

    Sindy Barchmann wird jetzt, gemeinsam mit weiteren Bürgerarbeitern, in einem Wohnbereich mit achtzehn Bewohnern arbeiten und ihnen als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. Zu ihren Aufgaben zählen zum Beispiel das Angebot von Freizeitgestaltung und Beschäftigung bis hin zum Gedächtnistraining oder das Spazierengehen. "Wir möchten mit der Bürgerarbeit noch mehr machen, als wir jetzt machen können", denkt Einrichtungsleiter Kraus beispielsweise auch an eine Begleitung zu Einkäufen.

    Wie es nach den drei Jahren Bürgerarbeit weitergehen wird, lässt sich noch nicht sagen. "Ziel ist ja, die Menschen ins Arbeitsleben zu integrieren", erklärt Jürgen Kraus und verweist darauf, dass beispielsweise Praktikanten bereits übernommen wurden.

     

    Mitteldeutsche Zeitung Quedlinburg, 07.12.11, 14:17h, aktualisiert 07.12.11, 21:42h

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