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    „KoBa im Dialog“ zum Thema Zeitarbeit

    Wernigerode, den 07.12.2011

    Die Zeitarbeit ist eine Form der Beschäftigung, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird. In Umfragen wird die Zeitarbeit als Arbeitsmarktinstrument von vielen Befragten negativ bewertet. Gleichzeitig ist die Branche jedoch einer der Jobmotoren des Landkreises. Etwa ein Drittel aller offenen Stellen in der Region werden aktuell von Zeitarbeitsunternehmen ausgeschrieben. Eine Festanstellung im Anschluss an die Zeitarbeitstätigkeit ist laut Experten nicht die Regel, aber auch gar nicht so selten.

    „KoBa im Dialog“ zum Thema Zeitarbeit

    Die Zeitarbeit ist eine Form der Beschäftigung, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird.
    In Umfragen wird die Zeitarbeit als Arbeitsmarktinstrument von vielen Befragten negativ bewertet. Gleichzeitig ist die Branche jedoch einer der Jobmotoren des Landkreises. Etwa ein Drittel aller offenen Stellen in der Region werden aktuell von Zeitarbeitsunternehmen ausgeschrieben. Eine Festanstellung im Anschluss an die Zeitarbeitstätigkeit ist laut Experten nicht die Regel, aber auch gar nicht so selten.

    Um die Vor- und Nachteile von Zeitarbeit zu diskutieren, lud die KoBa Anfang Dezember Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gewerkschaft zur 2. Veranstaltung der Reihe „KoBa im Dialog“ in das Altwernigeröder Apparthotel ein. In einem einführenden Vortrag gab Prof. Dr. Wilhelm Lorenz von der Hochschule Harz zunächst einen Überblick über das Pro und Contra der Zeitarbeit aus volkswirtschaftlicher Sicht.

    Im anschließenden Expertenpodium nahmen neben Prof. Dr. Lorenz auch Dirk Michelmann von der KoBa, Norbert Fuhrmann, Tarifexperte und Geschäftsführer der Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit GmbH, Tatjana Stoll von der IG Metall Halberstadt sowie Wolfgang Menger, Geschäftsführer der ts timeservice GmbH, Platz. Unter Moderation von Volksstimme-Redakteur Tom Koch entspann sich zwischen ihnen und den zahlreich erschienenen Gästen ein reger Gedankenaustausch mit durchaus provokanten Fragestellungen.

    Podiumsgäste waren v.l.n.r. Prof. Dr. Lorenz (Hochschule Harz), Dirk Michelmann (KoBa), Norbert Fuhrmann (Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit GmbH), Tatjana Stoll (IG Metall Halberstadt), Wolfgang Menger (ts timeservice GmbH), die Moderation übernahm Tom Koch (Volksstimme)

    Schlagworte wie versteckte Lohnsubventionierung oder Lohndumping wurden ebenso diskutiert, wie der berühmte Klebeeffekt. Dieser beschreibt wissenschaftlich nachgewiesen, dass eben doch durchschnittlich jedem siebten Zeitarbeiter der Übergang von der Zeitarbeit in eine Festanstellung gelingt. Gerade Langzeitarbeitslosen böte die Zeitarbeit laut Prof. Dr. Lorenz eine reelle Chance, den Jobeinstieg zu schaffen. Er stellte dar, dass der Vergleich mit Langzeitarbeitslosen ohne Leiharbeitserfahrung ergibt, dass Leiharbeit tatsächlich die Beschäftigungswahrscheinlichkeit jenseits der Zeitarbeitsbranche im Anschluss erhöht. Dafür führte er Studien an, die zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit der Beschäftigung eines zuvor Langzeitarbeitslosen 3 Jahre nach der Zeitarbeit um 20 Prozent höher liegt, als die eines Langzeitarbeitslosen, der nicht in Zeitarbeit beschäftigt war.
    Laut Statistik sind nahezu zwei Drittel der Zeitarbeiter vorher arbeitslos. Lorenz betont, dass sich persönliche und berufliche Kontakte, die Auffrischung und Erweiterung von Qualifikationen aber auch die subjektiv wahrgenommene soziale Teilhabe durch die Tätigkeit verbessern und neue Möglichkeiten eröffnen. Deshalb böte diese Beschäftigungsform insbesondere Geringqualifizierten eine Möglichkeit zum Einstieg in die Arbeitswelt.

    Um einen Imagewandel herbeizuführen, setzten sich laut Norbert Fuhrmann immer mehr Branchenmitglieder für die Verbesserung der qualitativen Rahmenbedingungen bei ihren Beschäftigten ein. Auch Unternehmen zeigten zunehmend Verantwortung beim Einsatz von Leiharbeitern. Mit den aktuell eingetretenen Änderungen beim Arbeitgeberüberlassungsgesetz und ersten Mindestlohntarifabschlüssen in der Branche sei man auf einem guten Weg in eine faire und werteorientierte Zeitarbeit, so der langjährige Verfechter fairer Zeitarbeitstarife.

    „Es gibt kein Schwarz oder Weiß“, betonte Dirk Michelmann zusammenfassend, „die Flexibilität, die das Instrument Zeitarbeit bietet, wird weiterhin ein Thema bleiben. Jedoch muss man gegen Missbrauch vorgehen und aktiv einen Imagewandel vorantreiben. Das Gefühl des Fairplay muss bei den Zeitarbeitern ankommen.“ 

    Für das Interesse am Thema und Beteiligung am Diskurs bedankt sich die KoBa bei allen Gästen.

     

     

    Pressemitteilung KoBa, 07.12.2011

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