Die Kinder des Hortes II aus Ballenstedt nutzten die Möglichkeit, bei einem Aktionstag im Gutspark Wedderstedt bei Spiel und Spaß viel über die Natur und altes Handwerk zu lernen. Ob auf dem Sinnespfad, an der Experimentierstation oder beim Nass- und Trockenfilzen, die Schüler der 1.-4. Klassen waren mit Begeisterung bei der Sache. Unterstützung erhielten sie von Migrantinnen, die beim spielerischen Einsatz ihre Deutschkenntnisse verbessern konnten.
Erlebnistag im Gutspark Wedderstedt
Arbeit mit Kindern hilft Migranten beim Deutschlernen
Die Kinder des Hortes II aus Ballenstedt nutzten die Möglichkeit, bei einem Aktionstag im Gutspark Wedderstedt bei Spiel und Spaß viel über die Natur und altes Handwerk zu lernen. Ob auf dem Sinnespfad, an der Experimentierstation oder beim Nass- und Trockenfilzen, die Schüler der 1.-4. Klassen waren mit Begeisterung bei der Sache. Unterstützung erhielten sie von Migrantinnen, die beim spielerischen Einsatz ihre Deutschkenntnisse verbessern konnten.
Im Schaugarten lernten die Kinder Pflanzen kennenlernen, deren Früchte viele sonst nur aus dem Supermarktregal kennen. „Nicht alle wissen, dass eine Möhre in der Erde wächst“, beschreibt Projektleiterin Antje Steinecker den Wissenstand der Kleinen, „auch den Geschmack von frisch gebackenem Brot lernen viele hier zum ersten Mal kennen.“ Nach einer Stärkung am Lagerfeuer ging es für die Kinder in den Park zum Toben, Basteln und Entdecken. Das Filzen am Bastelstand, aber auch Weidentipi, Barfusspfad und Insektenhotel seien beliebte Highlights der Erlebnistage.

Die mittlerweile regelmäßigen Angebote für Grundschulklassen oder Kita-Gruppen auf dem ehemaligen Gutshof betreut der Landschaftspflegeverein Bode-Selke-Aue e.V. - kurz Elpevau. Neben der Vermittlung von ökologischem Verantwortungsbewusstsein an den Nachwuchs verfolgt der Bildungsträger für Erwachsenen-Bildung mit den Projekttagen ein weiteres Ziel.
„Die Erlebnistage für Kinder sind gleichzeitig eine wichtige Kommunikationsübung für die Teilnehmer unserer Bildungsmaßnahmen“, erklärt Antje Steinecker. „Viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund und sprechen Deutsch nur als Fremdsprache. Durch das Anleiten der kleinen Gäste an den Erlebnisstationen fällt es ihnen leichter, Sprachbarrieren zu überwinden.“
Bild: So macht Deutschlernen Spaß: Natalie Weber hilft Tim aus Ballenstedt bei Nassfilzen einer Tulpe für seine Mama
Der Trägerverein Elpevau verfolgt mit ca. 50 von der KoBa geförderten Maßnahmeplätzen pro Jahr ein integratives Bildungskonzept. Durch ein ausgeglichenes Verhältnis von Werkstattpraxis, Unterrichtseinheiten und alltagstauglichen Bewährungssituationen sollen die langzeitarbeitslosen Teilnehmer fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden und Erfolgserlebnisse erfahren. Dafür steht ein Verbund an kreativen und traditionspflegenden Tätigkeitsfeldern zur Verfügung. In den Holzwerkstätten entstehen beispielsweise Spiel- und Geschicklichkeitselemente für den Gutspark. Auch ein zweites Insektenhotel steht kurz vor der Fertigstellung. Papier und Wolle für die Aktions-Tage mit den Kindern werden vor Ort hergestellt und verarbeitet. Die Pflege des Schaugartens und des Gutsparks sind ebenso Teil des geförderten Bildungsangebotes, wie eine Näherei, die beispielsweise Kindergärten der Region mit Handpuppen und Lernwänden aus Stoff versorgt.
„Die Aktionstage sind nur ein Element unserer Bemühungen, Kernkompetenzen für den Arbeitsmarkt zu vermitteln“ fasst Antje Steinecker vom Elpevau die Erfahrungen aus den Erlebnistagen zusammen. „Aber Kinder sind ehrlich und das ist ein wichtiges Feedback und ein großer Ansporn für unsere Teilnehmer“.
Pressemitteilung KoBa, 12.09.2011