Das Projekt „Spurensuche – Erfahrungen aus der Geschichte“ stellte kürzlich seine umfangreichen Ergebnisse der Öffentlichkeit vor. Präsentiert wurde eine komplexe Geschichtsplattform, welche sich mit der Sicherung und Erschließung von Erfahrungen der heute noch lebenden Menschen in und um Halberstadt aus der Zeit des Nationalsozialismus bis ca. 1953 befasst.
Das Projekt „Spurensuche – Erfahrungen aus der Geschichte“ stellte kürzlich seine umfangreichen Ergebnisse der Öffentlichkeit vor. Präsentiert wurde eine komplexe Geschichtsplattform, welche sich mit der Sicherung und Erschließung von Erfahrungen der heute noch lebenden Menschen in und um Halberstadt aus der Zeit des Nationalsozialismus bis ca. 1953 befasst.
Die neun Projekt-Teilnehmer haben sich dafür drei Jahre lang sehr intensiv mit der historischen Situation in der Vorharzstadt beschäftigt. Im Rahmen einer Aktiv-zur-Rente-Maßnahme beim Bildungsträger AFU Privates Bildungsinstitut GmbH unterstützt von der KoBa und der ehemaligen Arge Halberstadt wurden die Langzeitarbeitslosen zu ambitionierten Spurensuchern. Sie forschten in den Archiven und Museen der Stadt Halberstadt, der Moses-Mendelssohn-Akademie und der Heinrich-Heine-Bibliothek, befragten Zeitzeugen und besuchten private Sammler.
Am Anfang stand dabei die Einarbeitung in EDV-Grundwissen und Archivarbeit. „Viele der Teilnehmer wussten zu Beginn gar nicht, wo man den PC einschaltet oder wie die Maus zu bedienen ist“, verrät Karen Teßmer, Projektleiterin und Dozentin. Auch mit Geschichte kannten sich die meisten nicht aus. Mit viel Engagement erarbeiteten sich die Spurensucher in den vergangenen drei Jahren jedoch umfangreiche Kenntnisse und haben so ein vielschichtiges Geschichtsportal geschaffen.
Die Dozentin freut sich, dass aus PC-Anfängern heute ausgeprägte PC-Spezialisten geworden sind, die ein CMS-System betreuen oder Bildcollagen fachgerecht bearbeiten können. In diesen 3 Jahren seien die Teilnehmer über sich hinaus gewachsen! Sie haben eine Dokumentation geschaffen, die regional und überregional eine aussagefähige zeitgeschichtliche Darstellung der Lebenswirklichkeit in Halberstadt widerspiegelt.
Insbesondere die Interviews mit Zeitzeugen faszinierten die Spurensucher. Bei Gesprächen in Altersheimen oder mit älteren Verwandten erfuhren sie zahlreiche Anekdoten und erlebten auch emotionale Momente der Erinnerung.
Die Zeitzeugen selbst sind nach Aussage der Teilnehmer begeistert vom Spurensuche-Projekt. Sie freuten sich darüber, dass sich jemand für die Vergangenheit interessiert und deren wichtige Erfahrungen für nachfolgende Generationen bewahrt bleiben.
Und die Spurensuche soll weitergehen. Als offenes System gestaltet, ermöglicht die Internetseite www.afu-gmbh.de/Spurensuche allen Interessierten die Mitarbeit am Projekt.
Pressemitteilung KoBa, 12.05.2011