Begeistert von der Perfektion der Miniaturbauten zeigten sich am 27. April 2011 die Mitglieder einer Delegation aus Valencia. Sie besuchten den Wernigeröder Miniaturenpark im Rahmen einer von der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt organisierten dreitägigen Informationsreise zur Arbeitsmarktpolitik.
Erfahrungsaustausch zwischen Sachsen-Anhalt und Spanien
Begeistert von der Perfektion der Miniaturbauten zeigten sich am 27. April 2011 die Mitglieder einer Delegation aus Valencia. Sie besuchten den Wernigeröder Miniaturenpark im Rahmen einer von der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt organisierten dreitägigen Informationsreise zur Arbeitsmarktpolitik.
Dirk Michelmann, Eigenbetriebsleiter der KoBa, stellte den spanischen Vertreterinnen den Kleinen Harz als erfolgreiches Beispiel zur Anwendung von Arbeitsmarktinstrumenten in der Region vor. In diesem Zusammenhang erläuterte er die Merkmale des kommunalen Jobcenters, seine Unterschiede zur Arbeitsweise der Arbeitsagenturen und die Möglichkeiten zur Integration von Langzeitarbeitslosen in den 1. und 2. Arbeitsmarkt.
Marlies Ameling, Geschäftsführerin der Park und Garten GmbH Wernigerode, erläuterte Hintergründe zum Bau der Miniaturen. Sie sprach von Begeisterung und versteckten Fähigkeiten, die bei den an der Maßnahme beteiligten Langzeitarbeitslosen durch die anspruchsvolle Tätigkeit geweckt wurden. Seit 2006 haben durchschnittlich 60 Menschen, die kaum oder keine Aussichten auf reguläre Arbeit hatten, die originalgetreuen Kunstwerke mit wechselnder Besetzung geschaffen. Die filigrane Handarbeit hat vielen von ihnen wieder Stolz auf die eigene Arbeit und manchem auch eine berufliche Perspektive gegeben.
Frau Pilar Máñez Capmany, Leiterin der Arbeitsverwaltung in Valencia, und ihre Mitarbeiterin Encarna Mahiques Miret interessierten
sich bei ihrem Besuch besonders für diese positiven Wirkungen von Arbeitsmaßnahmen und die sich daraus ergeben Möglichkeiten der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Vor diesem Hintergrund studierten sie verschiedene in Sachsen-Anhalt angewandte Strategien zur Senkung der Arbeitslosigkeit im Allgemeinen und der Jugendlicharbeitslosigkeit im Speziellen.
Die autonome Region Valencia hat, wie ganz Spanien, in den letzten Jahren mit einer stark gestiegenen Arbeitslosigkeit zu kämpfen. In wenigen Jahren ist die Arbeitslosenquote von nahezu null auf 22% angewachsen, bei den Jugendlichen ist sie mit 40 % sogar fast doppelt so hoch. Grund dafür ist der starke Rückgang der Baubranche im Zuge der Wirtschaftskrise. In Boomzeiten gab es in der Region reichlich Arbeit mit sehr guter Entlohnung. Zahlreiche junge Menschen gingen deshalb lieber direkt nach der Schule auf den Bau oder brachen sogar die Schule ab, um gutes Geld zu verdienen. Nach dem Zusammenbruch der Bauwirtschaft haben sie nun ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung schlechte Chancen auf einem schrumpfenden Arbeitsmarkt. Die Verdrängung traditioneller Wirtschaftszweige wie Möbel- oder Keramikindustrie durch Globalisierungsprozesse verstärkt die prekäre spanische Arbeitsmarktlage zusätzlich.
Das Land Sachsen-Anhalt hatte in der Vergangenheit mit ähnlichen Problemen zu kämpfen und hat diese in den letzten Jahren zunehmend gemeistert. Deshalb erhofft sich die Delegation aus dem Erfahrungsaustausch wertvolle Impulse zum Umgang mit dieser in dieser Dimension bisher in Spanien nicht bekannten Situation. Man hofft, das Grundprinzip des Förderns und Forderns auf die eigenen Gegebenheiten übertragen zu können und mit entsprechenden präventiven und integrativen Maßnahmen die Arbeitsmarktsituation zu entschärfen.
Teilnehmer:
Zahlen Arbeitslosenquote Landkreis Harz (Stand April 2011):
Pressemitteilung KoBa, 27.04.2011