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    Erste Verträge für Bürgerarbeiter im Harzkreis unterzeichnet

    Wernigerode, den 01.04.2011

    Über die ersten Arbeitsverträge für Bürgerarbeit im Landkreis Harz konnten sich am 1. April Kitty Mahnke und Verena Krauß freuen. Als Alltagsbegleiter werden sie in den nächsten drei Jahren mit den Senioren in der Tagespflege der Diakonie-Krankenhaus Harz GmbH der Stadt Oberharz am Brocken basteln, singen und spazieren gehen, ihnen aus der Zeitung vor und sie bei Arztbesuchen begleiten.

    13 Arbeitsplätze für 3 Jahre
    Erste Verträge für Bürgerarbeiter im Harzkreis unterzeichnet

    Erste Bürgerarbeiter feierlich begrüßt

    Über die ersten Arbeitsverträge für Bürgerarbeit im Landkreis Harz konnten sich am 1. April Kitty Mahnke und Verena Krauß freuen. Sie werden mit den Senioren in der Tagespflege basteln, singen und spazieren gehen. Sie lesen aus der Zeitung vor und begleiten bei Arztbesuchen. Als Alltagsbegleiter treten die beiden ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis für die Dauer von drei Jahren bei der Diakonie-Krankenhaus Harz GmbH der Stadt Oberharz am Brocken an.

    Insgesamt 13 Bürgerarbeiter werden in den nächsten drei Jahren in verschiedenen Bereichen das Krankenhauspersonal durch zusätzliche Betreuungs- und Begleitdienste unterstützen und über das normale Angebot hinausgehende Freizeitangebote für die Patienten schaffen.

    Kitty Mahnke und Verena Krauß freuen sich über die ArbeitsverträgeAls 55-jährige gilt Verena Krauß in ihrem ursprünglichen Beruf als Reiseverkehrskauffrau als zu alt und konnte schon lange nicht mehr in dieser Branche Fuß fassen. 2006 hatte sie ihren letzten richtigen Job auf der Landesgartenschau in Wernigerode, seitdem gab es nur noch Absagen. Aber die Hände in den Schoß legen wollte sie nie. So hat sie sich ehrenamtlich als Betreuer für ältere Mitmenschen engagiert und setzte sich als Heimfürsprecherin mehrere Jahre lang für die Belange der Patienten im Diakonie-Krankenhaus Harz ein. Über den Bürgerarbeitsplatz hat sie sich riesig gefreut, denn nun hat sie für mindesten drei Jahre eine richtige Arbeitsstelle, die ihr Spaß macht. 

    Kitty Mahnke (41) ist seit neun Jahren auf der Suche nach Arbeit. Von den kleinen Nebenjobs als Reinigungskraft konnte sie nicht leben. Die gelernte Textilreinigerin engagierte sich nach einer Umschulung zur Altenpflegerin ebenfalls ehrenamtlich in diesem Bereich. „Als ich hörte, dass es mit der Bürgerarbeit klappt, bin ich Herrn Harsing um den Hals gefallen“, gibt sie zu. Bei der Arbeit mit den Tagespflegegästen taut die sonst eher zurückhaltende Frau sichtlich auf. Bei der morgendlichen „Presseschau“ liest sie Geburtstage, Horoskope und aktuelle Artikel vor und hört sich die Erinnerungen an, die den Senioren dabei einfallen.

    Kitty Mahnke bei der mo´rgendlichen Presseschau mit den TagespflegegästenInsgesamt 70 Bürgerarbeitsplätze werden ab April bei kommunalen Trägern und Vereinen der Stadt Oberharz am Brocken eingerichtet. In Blankenburg sollen ab August ca. 80 Stellen hinzukommen.

    Corina Reinhardt, Ansprechpartnerin für Bürgerarbeit bei der KoBa unterstreicht, dass die geschaffenen Arbeitsstellen auf keinen Fall eine Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt darstellen. „Die Beschäftigung muss freiwillige kommunale Aufgaben unterstützen und im Rahmen zusätzlicher Aufgaben liegen. Tätigkeiten, die diesen Anspruch nicht erfüllen, sind auch nicht förderfähig.“ Sie muss es wissen, denn sie berät die kommunalen Träger und Vereine bei der Antragsstellung.

    Der Bund finanziert die Bürgerarbeitsplätze jeweils mit 1080 Euro pro Monat bei einer Arbeitszeit von 30 Wochenstunden. Deutschlandweit fließen dafür rund 1,3 Mrd. Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Das Land Sachsen-Anhalt investiert 12,4 Millionen. Ziel ist es dabei, brachliegende Arbeitskräftepotentiale zu aktivieren und die sozialen Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit abzumildern.

    Mit der Bürgerarbeit wurde seit 2006 in sechs Modellregionen die Arbeitslosigkeit um rund 50% gesenkt. Deshalb wurde das Programm im April 2010 bundesweit eingeführt. Die Regionen konnten sich mit ihren Konzepten um eine Förderung bewerben. „Nur die kreativsten Ideen sind beim Wettbewerb des Bundesministeriums für Arbeit berücksichtigt worden“, verkündete Reiner Haseloff, Minister für Wirtschaft und Arbeit in Sachsen-Anhalt, zu Beginn des Jahres stolz, „von den 191 eingereichten Konzepte kommen 16 aus Sachsen-Anhalt.“

    „Und eins aus dem Harzkreis“, fügt Dirk Michelmann hinzu. „Man kann die Bürgerarbeit auch als Pilotphase für die Schaffung von echten Arbeitsplätze bei zusätzlichen Angeboten sehen“,  so der Eigenbetriebsleiter der Koba. „Befragte Arbeitgeber bestätigen die Erfahrung, dass nicht wenige Mitarbeiter verschiedener Bereiche ihre heutigen „festen Stellen“ nach einer ähnlichen vorher befristeten Arbeitsmarktaktivität erhalten haben. Bürgerarbeit ist deshalb eine Chance, Arbeitgeber kennenzulernen und sich zu beweisen.“

    Die 13 neuen Mitarbeiter der Diakonie-Krankenhaus Harz GmbH werden in den nächsten drei Jahren sicher genug Gelegenheiten haben, diese Chance zu nutzen.



    Hintergrund zur Bürgerarbeit

    Die Bürgerarbeit ist ein Programm des Bundesministeriums für Arbeit zur intensiven Betreuung Langzeitarbeitsloser. In einer Aktivierungsphase werden die Teilnehmer noch nachdrücklicher als sonst durch spezielles Personal unterstützt. Durch Coachings und Trainingsmaßnahmen wird versucht, sie fit für den Job zu machen und in den 1. Arbeitsmarkt zu vermitteln. Wenn dies aufgrund von Vermittlungshemmnissen nicht möglich ist, können die Arbeitssuchenden anschließend Bürgerarbeitsplätze angeboten bekommen.

    34000 Bürgerarbeitsplätze sind bundesweit geplant, 150 davon sollen in diesem Jahr in der Stadt Oberharz am Brocken und in Blankenburg geschaffen werden. Seit dem Start des Programms im September konnten durch die intensivierte Betreuung und Qualifizierung bereits 55 Teilnehmer in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden und können nun wieder selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen. Für diejenigen, die dennoch wenig Perspektiven haben, weil sie angeblich zu alt oder zu lange aus dem Berufleben heraus sind, werden nun sinnvolle Tätigkeiten in gemeinnützigen Bereichen geschaffen.


    Pressemitteilung KoBa, 01.04.2011

     

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